
Hochzeits-Taxi auf drei Rädern: Übungsfahrten mit der Rikscha durch Kerpen 🛺👰♂️💒
Am Dienstag hatte ich eine ganz besondere Gelegenheit: Ich durfte den ganzen Tag mit einer Rikscha durch das heimische Revier düsen! Das Gefährt gehört der Aktion Horrem, die es für soziale Zwecke sowie an Bürger:innen kostenlos beziehungsweise gegen eine kleine Spende verleiht.
Der Anlass für meinen ausgiebigen Ausflug ist ein sehr feierlicher: Nächste Woche habe ich die ehrenvolle Aufgabe, ein Brautpaar von Sindorf zum Schloss Loersfeld zu chauffieren! Um für den großen Tag bestens gerüstet zu sein, wollte ich die geplante Hochzeitsstrecke einmal in Ruhe vorfahren und vor allem das Rikscha-Fahren noch einmal intensiv üben.
Spezialrad mit Wohlfühlfaktor: Das Chat von Van Raam 🚲✨
Morgens holte ich die Rikscha an ihrem Standort ab. Es handelt sich um ein Chat des Herstellers Van Raam – ein extrem hochwertiges Spezialrad, das ich seinerzeit sogar selbst mit aussuchen durfte. Als designierter Pilot hatte ich vor einiger Zeit schon eine technische Einweisung genossen und auch schon eine echte Jungfernfahrt hinter mir: Damals durfte ich zwei Seniorinnen aus dem DRK-Seniorenheim in Horrem durch den Park von Schloss Loersfeld und zurück kutschieren.
Ein wenig Übung war also da, und das machte sich am Dienstag sofort bemerkbar. Die typischen Startschwierigkeiten beim Lenken und Spurhalten blieben diesmal komplett aus.
So ging es zügig nach Sindorf, von dort zum Schloss Loersfeld und anschließend auf eine ausgiebige Übungs- und Sightseeing-Runde durch Kerpen, bei der ich die Rikscha vor einigen markanten Punkten fotografiert habe.
Über eine alternative Route fuhr ich zurück, auch wenn diese für die eigentliche Hochzeitsfahrt wohl eher nicht infrage kommt. Nachmittags nutzte ich die Zeit für eine weitere Trainingsrunde auf dem Bahnradweg in Richtung Buir, um noch mehr Fahrpraxis zu sammeln.
Lenken mit dem Lenker – statt mit dem Körper 🧠⚙️
Das Fahren mit einer solchen Personenrikscha unterscheidet sich grundlegend von einem normalen Fahrrad. Man sitzt auf drei Rädern – zwei vorne, eines hinten – und hat durch den Transportaufbau und das Dach eine eigene Perspektive: Die Vorderräder sieht man in der Regel gar nicht, und als Fahrer blickt man aufrecht knapp über das Dach hinweg.
Ich habe einmal zum Thema Fahrphysik von Dreirädern und Frontlader-Rikschas ein wenig recherchiert und dabei meinen digitalen Kollegen Google Gemini gefragt. Das ist dabei herausgekommen: Im Gegensatz zu einspurigen Fahrrädern lassen sich dreispurige Spezialräder nicht durch Gewichtsverlagerung des Körpers steuern. Bei einem Zweirad leitet man Kurven durch leichtes Ankippen und Hüftbewegung ein; beim Dreirad führt eine Gewichtsverlagerung im Sattel zu keinerlei Kursänderung. Jede Richtungsänderung muss rein mechanisch über den Lenker erzwungen werden. Zudem wirken auf seitlich geneigten Fahrbahnen (z. B. abgesenkten Bürgersteigen) Querkräfte, die das Gefährt zur Seite ziehen – ein Kipp-Reflex, den Piloten nicht durch Schräglage, sondern nur durch bewusstes Gegenlenken und angepasstes Tempo ausgleichen können.
Genau das merkt man in der Praxis sofort! Wenn das Rad auf eine schiefe Ebene gerät, neigt es sich zur Seite. Der intuitive Reflex, das Rad mit dem Körper aufzurichten, führt meist dazu, dass man unwillkürlich am Lenker verreißt und in eine ungewollte Richtung steuert. Auf schrägen Abschnitten oder in eng gekurvten Passagen muss man daher sehr vorausschauend und langsam fahren, um sauber am rechten Fahrbahnrand zu bleiben.
Ich habe mich da auch mal schlau gemacht, was hinter den Konzepten wie „Radeln ohne Alter“ und Rikscha-Initiativen steckt, und die Hintergründe über Google Gemini abgefragt. Heraus kam: Initiativen wie die Aktion Horrem oder die weltweite Bewegung Radeln ohne Alter nutzen Dreirad-Rikschas gezielt als Instrument für soziale Teilhabe und Inklusion. Sie ermöglichen es älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen, Wind in den Haaren zu spüren, Erinnerungsorte in ihrer Heimat wiederzuentdecken und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Lokale Verleihangebote schaffen eine Brücke zwischen ehrenamtlichem Engagement und nachhaltiger Mikromobilität im Stadtteil.
Technik & Reichweite: Entpanntes Gleiten 🔋⚡
Das Chat verfügt über einen E-Motor mit drei Unterstützungsstufen und eine 8-Gang-Kettenschaltung von 8Fun. Ich bin gefühlt 98 Prozent der Strecke in der niedrigsten Unterstützungsstufe gefahren und habe Steigungen fast ausschließlich über die mechanische Schaltung ausgeglichen. Die Rikscha rollt erstaunlich leicht und erfordert auf der Ebene ohne Passagiere überraschend wenig Eigenleistung. Lediglich für das letzte steile Stück hinauf zur Hemmersbacher Heide habe ich kurz Stufe 2 zugeschaltet – da flog das Gespann den Hügel förmlich hinauf!
Mit Fahrgästen an Bord (und gut 140 bis 200 Kilo mehr auf der Vorderachse) wird sich das natürlich noch einmal ganz anders anfühlen. Über die Energieversorgung muss ich mir aber keine Sorgen machen: Das Rad ist mit zwei Akkus ausgestattet, die in der kleinsten Stufe jeweils für rund 60 Kilometer reichen. Nach der Morgentour war der erste Akku halb leer, nach zweieinhalb Stunden am Ladegerät wieder komplett voll. Den zweiten Akku musste ich nicht einmal anrühren.
Es war ein ereignisreicher und lehrreicher Tag. Ich habe das Rikscha-Fahren richtig schätzen gelernt und werde mich in Zukunft garantiert noch öfter als freiwilliger Pilot melden, wenn Verstärkung am Lenker gesucht wird!
Euer Axel! 🖐️⚙️


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