Schattenwege, Burginnenhöfe und OPA-Glück: Mit dem Gespann durch Langenfeld 🚴♂️👶🏰
Der heutige Post kommt etwas später als gewohnt – und das aus dem allerbesten Grund der Welt: Als frischgebackener Zweifach-Opa hatte das echte Leben im Besucherraum heute verständlicherweise oberste Priorität! Was es genau damit auf sich hat, erzähle ich morgen ausführlicher.
Heute möchte ich euch aber noch schnell von gestern berichten. Nach dem morgendlichen Rikscha-Einsatz stand nachmittags der „traditionelle“ Enkeldienst in Langenfeld an: ab an die Kita, Enkel einsammeln und mit Rad und Thule-Anhänger ab ins Abenteuer!
Richtung Wiescheid: Flucht vor der Hitze ☀️🌳
Ich hatte absolut keine Lust auf die Unterführung unter der Bahnlinie, und mein Enkel forderte zum Proviant-Aufstocken nachdrücklich den Edeka statt des gewohnten Aldi ein. Also ging es diesmal nicht in den Nordwesten, sondern wir steuerten den Nordosten an.
Unter der A3 hindurch führt ein wunderbar ruhiger Weg nach Wiescheid, einem Ortsteil von Langenfeld. Wiescheid besteht aus vielen kleinen, beschaulichen Straßen, über die man entspannt mit dem Gespann rollen kann. Bei unbarmherzigen 35,5 Grad im Schatten brannte der Asphalt der Straßen und der Beton der Häuser jedoch ordentlich. Ich suchte dringend Schatten und Abkühlung – und wurde bald fündig!
Ich habe einmal zum Thema Sommerhitze auf dem Rad und Schattenspender Waldwege ein wenig recherchiert und dabei meinen digitalen Kollegen Google Gemini gefragt. Das ist dabei herausgekommen: Bei extremer Sommerhitze erzeugen dicht bewaldete Wege und Grünzüge ein spürbares Mikroklima. Das Blätterdach filtert die Sonnenstrahlung, und die Verdunstungskälte der Bäume senkt die gefühlte Temperatur im Wald oft um 5 bis 8 Grad gegenüber versiegelten asphaltierten Flächen. Um solche schattigen Wald- und Nebenwege zu schützen, installieren Kommunen an Zugängen häufig Umlaufsperren oder Drängelgitter. Während diese Barrieren unbefugten Autoverkehr fernhalten, stellen sie für Gespanne mit Kinderanhängern oder Lastenrädern oft eine echte fahrtechnische Herausforderung dar.
Etwas außerhalb des Ortes stießen wir auf die Wasserburg Haus Graven.

Ich fuhr die Burg diesmal aus einer Richtung an, aus der ich eine solche Umlaufsperre passieren musste. Wogegen ich mich sonst meistens ärgere, gefiel mir hier ausnahmsweise richtig gut: Die Sperre hielt nämlich ein Auto ab, das uns schon seit geraumer Zeit nervig durch den Wald gefolgt war!
Ein brummiger Burgherr und schlafende Enkel 🏰😴
Die Tore der Burg standen offen, und so bot sich mir zum ersten Mal die Gelegenheit, das Areal von innen zu sehen. Ein wirklich wunderschöner Anblick inklusive kleiner Restauration!

Ich habe mich da auch mal schlau gemacht, was es mit der Geschichte der Wasserburg auf sich hat, und die Hintergründe über Google Gemini abgefragt. Heraus kam: Die Wasserburg Haus Graven in Langenfeld-Wiescheid stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert und wurde um 1656 als vierflügelige Mühlenhof-Anlage neu aufgebaut. Heute steht das denkmalgeschützte Anwesen im Eigentum der Stadt Langenfeld und wird von einem Förderverein als ehrenamtlich geführtes Kulturzentrum mit Burgcafé, Ausstellungen und Event-Location genutzt. Umgeben von Gräben liegt die Burg direkt am Rande des Landschaftsschutzgebiets Schwanenmühle.
Allerdings gab es da noch einen recht unfreundlichen Burgherrn (oder welche Rolle der brummige Mann dort auch immer innehatte). Er verärgerte nicht nur mich, sondern auch eine Besucherin des Cafés maßlos, weil wir es gewagt hatten, mit unseren Rädern in den Innenhof zu rollen. Ich bescheinigte ihm im Vorbeigehen kurz, dass er mit dieser schroffen Art vermutlich eher Gäste vergrault als anzieht, und fuhr direkt weiter. Auf sinnlose Diskussionen hatte ich schlicht null Bock.
Mein Enkel im Anhänger hatte den gesamten Aufruhr zum Glück komplett verschlafen. Da er auch nicht vorhatte aufzuwachen, rollte ich weiter gen Norden, vorbei am Segelflugplatz und über eine größere Straße Richtung Hilden. Wir streiften durch den kühlen Schatten der Wälder, bis aus dem Anhänger wieder das vertraute Rascheln der Provianttüte zu hören war und die kleine Stimme forderte, doch bitte den Sonnenschutz zu entfernen.
Ein Großteil der Tour verlief durch dichte Wälder und unter altem Baumbestand. Genau das schätze ich an Langenfeld enorm: Sobald man den Ortskern verlässt, steht man mitten im Grünen. Ich habe unterwegs sogar noch einen kleinen Bach entdeckt, der tatsächlich noch munter Wasser führte – bei der aktuellen Dürre eine echte Erleichterung!
Wer sich die Strecke anschauen mag: Meine Fotos und das Höhenprofil findet ihr auf meiner Komoot-Tour
sowie im Pixelfeld-Post von Haus Graven:
https://pixelfed.social/p/WARUMICHRADFAHRE.BLOG/994113235339998050
Morgen gibt es dann mehr zum neusten Familienzuwachs – ihr erfahrt es wie immer als Erste!
Euer Axel! 🖐️⚙️


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