Mit dem Enkel durch die Lüfte: Ein radfreier Samstag, die Wuppertaler Schwebebahn & leere Spielplätze

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Blick auf eine Schwebebahn im Endbahnhof Wuppertal Vohwinkel

Mit dem Enkel durch die Lüfte: Ein radfreier Samstag, die Wuppertaler Schwebebahn & leere Spielplätze 🚌🚠👶

Heute gibt es zur Abwechslung einmal einen Bericht ganz ohne Fahrrad! Der Anlass war ein wunderschöner Tag mit meinem älteren Enkelkind. Seine Kita hatte am Freitag pause, und da sein knapp vier Wochen altes Schwesterchen noch die volle Aufmerksamkeit der Eltern fordert, fragten mich meine Kinder, ob ich nicht etwas mit dem Großen unternehmen könnte.

Mein Entschluss stand blitzschnell fest: Es sollte mit Bus und Bahn nach Wuppertal gehen – und dort natürlich ab in die Schwebebahn!

Dank der abgeschlossenen Sanierung der Schienenstrecke zwischen Hagen und Köln ist das inzwischen wieder absolut tiefenentspannt. Von der Haltestelle meiner Familie aus geht es mit dem Bus 791 in gut 15 Minuten zum Solinger Hauptbahnhof. Von dort bringt einen die RB 48 in weiteren 15 Minuten direkt nach Wuppertal-Vohwinkel, wo die Schwebebahn startet.

Planänderung in Langenfeld & Lost Places 🏚️🏗️

Gleich zu Beginn gab es allerdings eine kleine Hürde: Die mobil.nrw-App hatte mich zu einer etwas weiter entfernten Haltestelle gelotst, wodurch die Zeiten durcheinandergerieten und uns der erste Bus prompt vor der Nase wegfuhr. Wir nutzten die Wartezeit einfach für einen kleinen Spaziergang durch Langenfeld.

Dabei entdeckten wir einen älteren Lost Place und direkt daneben einen ganz frischen.

Neues Lost Place Gebäude in Langenfeld Seitenansicht

Nur ein paar Meter weiter läuft aktuell auch eine der ganz großen Langenfelder Areal-Wandlungen: Der Abriss der alten ARA-Gebäude (aber darüber habe ich ja schon berichtet und werde es weiter tun).

Der nächste Bus war schließlich unserer. Nach dem Kauf von zwei Brezeln und einem Becher Kaffee bei Kamps im Solinger Hauptbahnhof ging es mit der RB 48 weiter. In Vohwinkel liefen wir etwa zehn Minuten vom Bahnhof zur Schwebebahnstation, während permanent Busse an uns vorbeifuhren. Für den Rückweg nahm ich mir direkt vor, einen dieser Busse zum Bahnhof zu nutzen – was später auch perfekt klappte!

Schweben über der Stadt & Begegnung am Spielplatz 🚠🛝

Blick auf der Schwebebahn in Wuppertal auf eine entgegenkommenden Zug

Die Fahrt mit der Schwebebahn ist und bleibt ein gigantisches Erlebnis! Das Dahingleiten hoch über den Straßen und später direkt über der Wupper ist unbeschreiblich. Kein Foto und selbst kein Video kann das Gefühl vollständig einfangen. Wer es noch nie gemacht hat: Unbedingt ausprobieren! Das Ganze gilt übrigens komplett im Deutschlandticket.

Wir fuhren durch bis zur Endhaltestelle in Wuppertal-Oberbarmen. Mein Enkel hatte unterwegs mit seinen Adleraugen natürlich sofort Spielplätze erspäht („Ich will da hin!“). Am Endpunkt nahm er sogleich die Spielanlage mit der großen Rutsche in Beschlag, die der CVJM Wuppertal dort aufgebaut hat.

cvJM Spielplatz am Schwebebahn Bahnhof Wuppertal Oberbarmen

Der Vorplatz dort ist offenbar auch ein Treffpunkt für wohnungslose oder marginalisierte Menschen. Ich inspizierte die Spielgeräte kurz: Alles war sauber und tipptopp benutzbar. Die Gruppe hatte einen Ghetto-Blaster dabei, dessen Musik meinem Enkel beim Toben sogar noch zusätzlichen Schwung verlieh!

Für mich war es im ersten Moment eine ungewohnte Szenerie, aber mein Enkel ging völlig vorbehaltlos damit um – und ich ließ ihn gewähren. Meine anfänglichen Bedenken lösten sich schnell auf: Die Anlage war sauber, und eine kostenfreie, überraschend gepflegte Toilettenanlage sorgte dafür, dass auch keinerlei unangenehme Gerüche entstanden. Wie die Stadt Wuppertal hier einen geschützten Raum für alle Beteiligten schafft, hat mir wirklich imponiert!

Panoramafenster & Schwebebahn-Elefant 🐘👀

Auf dem Rückweg deponierte ich den Kinderwagen im dafür vorgesehenen vorderen Teil der Schwebebahn, ging dann aber mit meinem Enkel ganz nach hinten durch. Durch das große Panoramafenster hat man einen genialen Blick zurück auf die Strecke.

Wir entdeckten sogar die kleine Elefanten-Statue in der Wupper, die an den berühmten Sprung des Elefanten Tuffi aus der Schwebebahn erinnert.

Denkmal für Tuffi, den Elefant, der aus der Schwebebahn in die Wupper gefallen war, in der Wuppter, aus einer Schwebebahn heraus fotografiert.

Zurück in Vohwinkel stöberten wir noch einen tollen Spielplatz auf, wo sich der Kleines gründlich auspowerte.

Blick auf einen Kinderspielplatz mit großer Rutsche in Wuppertal Vohwinkel

ehe wir nach einer Rast am beeindruckenden Bahnhofsgebäude Vohwinkel die RB 48 zurück nach Solingen nahmen.

Blick auf das Bahnhofsgebäude ion Wuppertal Vohwinkel aus der RB 48 heraus.

Vorletzter Takt: McDonald’s im Solinger Bahnhof – böse böse böse, ich weiß, aber wtf! Da die Elektronik ausgefallen war, gab es das Bestell-Zeremonie-Feeling wie in meiner eigenen Jugend mit Barzahlung. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder zurück in Langenfeld – fünfeinhalb Stunden ohne eine einzige Sekunde Langeweile!

Recherche: Warum spielen unsere Kinder immer weniger draußen? 🎈🚲

Eine Beobachtung auf unseren Ausflügen macht mich allerdings immer wieder nachdenklich: Sowohl in Vohwinkel als auch auf den Spielplätzen in Langenfeld war mein Enkel fast der einzige Gast. Die Anlagen sind fantastisch ausgestattet und picobello gepflegt – trotzdem bleiben sie oft leer.

Dass Kinder immer weniger draußen und unbeaufsichtigt spielen, ist längst kein subjektiver Eindruck mehr, sondern wissenschaftlich belegt:

  • Der 25-Prozent-Rückgang: Laut einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos verbringen Kinder in Deutschland heute rund 25 Prozent weniger Zeit mit dem freien Spiel draußen als noch die Generation ihrer Eltern.
  • Aktionsraum & Elterneinfluss: Das Projekt „Raum für Kinderspiel“ (durchgeführt vom Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes) wies nach, dass die sogenannte Aktionsraumqualität des Wohnumfeldes entscheidend ist. Wohnen Kinder in fahrrad- und fußgängerfreundlichen Quartieren, spielen sie im Schnitt fast zwei Stunden täglich unbeaufsichtigt draußen. Fehlt dieser Raum oder dominiert der Autoverkehr, schrumpft die Draußen-Zeit auf wenige Minuten – meist strikt unter elterlicher Aufsicht.
  • Angst der Eltern als Hauptgrund: Wie Untersuchungen zum Bewegungsverhalten zeigen (u. a. analysiert von der Hochschule Ludwigsburg und Bewegungsforscher:innen), schränken Eltern den Freiraum ihrer Kinder zunehmend aus zwei Hauptgründen ein: Der begründeten Sorge vor dichtem, aggressivem Autoverkehr sowie der diffusen Angst vor fremden Personen oder unsicheren Orten.
  • Folgen für die Entwicklung: Fachleute wie Prof. Renate Zimmer (Sportwissenschaftlerin) betonen gebetsmühlenartig, dass freies Toben draußen („Toben macht schlau“) unersetzlich für Koordination, Risikoeinschätzung und motorische Fähigkeiten wie das richtige Abfangen von Stürzen ist.

(Quellen: Ipsos-Studie zum Draußenspiel; Deutsches Kinderhilfswerk / FIFAS: Studie „Raum für Kinderspiel“; Prof. Dr. Renate Zimmer, Universität Osnabrück)

Eine echte Empfehlung: Schnappt euch eure Kinder oder Enkel, holt das Deutschlandticket raus und macht so einen Ausflug. Das Fahren mit Bus, Bahn und Schwebebahn ist für sich genommen schon ein riesiges Abenteuer!

Wann seid ihr das letzte Mal völlig ohne Auto und ohne festen durchgetakteten Plan mit Kindern unterwegs gewesen? Schreibt es mir in die Kommentare!

Euer Axel! 🖐️⚙️

21 Kommentare zu „Mit dem Enkel durch die Lüfte: Ein radfreier Samstag, die Wuppertaler Schwebebahn & leere Spielplätze“

  1. Avatar von LP

    Hach… ❤️ Tuffi. In meiner Kindheit gab es noch eine regionale Joghurt-Marke, die so hieß und den aus der Schwebebahn fallenden Elefanten auf dem Deckel hatte. Ich weiß nicht, wie oft wir die Eltern darum baten, uns die Geschichte zu erzählen. Aber sehr, sehr oft halt.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Und jetzt hab ich dich auch noch mal erinnert.

  2. Avatar von Bibo

    Einmal im Leben über Wuppertal schweben. Kann man auch öfter machen. Auch als großes Kind.
    Ich habe ja keine Kinder oder Enkel, aber wahrscheinlich mit meinem Möchtegern-Patenkind und dessen Eltern oder mit den Kindern meines Aikido-Lehrers und deren Vater. Aber der erste lebte im Sauerland und konnte dem entsprechend auch unbeaufsichtigt draußen spielen, die anderen beiden habe ich ein paar mal beaufsichtigt, bin aber nicht auf die Idee gekommen, mit denen was zu unternehmen. Außerdem haben die 2 Zicken sich ununterbrochen gestritten. Wie alt ist der Enkel? Wenn der Junge etwas älter ist und das Mädchen jünger ist das die ideale Paarung.
    Traurig fand ich das Kinderleben in den Lockdowns. In der Stadt alle Spielplätze geschlossen, auf’m Dorf war er offen, aber jedes Kind war mit einer Erwachsenen dort. Sie durften spielen, wurden bespielt, durften aber nicht miteinander spielen. Dann bin ich mal am Flehbach lang gegangen und traf auf ein paar ca. 10-jährige Burschen, die sich an versteckter Stelle eine Höhle bauten. So haben wir als Kinder gespielt: Immer draußen, in den Feldern, im Königsforst in den Gärten. Im Zimmer nur bei Schietwetter.
    Ich glaube, dass die Freiheit der Kinder die in COVID extrem eingeschränkt wurde, zum großen Teil nicht wiedergegeben wurde.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Mein Enkel ist knapp drei, die Schwester einen Monat. Ich unternehme viel mit ihm. Und erlebe das ja alles mit.

      Ansonsten volle Zustimmung.

  3. Avatar von Bibo59

    Tuffi das Denkmal war übrigens nach der großen Überschwemmung verschollen und wurde erst später zum Glück unbeschädigt wieder aus der Wupper gefischt.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Oh, das wusste ich gar nicht, danke für den Hinweis.

  4. Avatar von Wolfgang
    Wolfgang

    Da

  5. Avatar von Wolfgang
    Wolfgang

    …geht mir als Wuppertaler doch das Herz auf: Deinen positiven Eindruck beim Besuch des Spielplatzes am Berliner Platz in Oberbarmen habe ich mir abgespeichert, um ihn den Menschen in meinem Bekanntenkreis zu zeigen, die ihn als „Angstraum“ oder „No-go-Area“ beschreiben – in der Regel, ohne ihn zu kennen oder zu nutzen …
    Beide Spielplätze werden nachmittags nach 15 Uhr heftig genutzt.
    Gerne öfter mal wieder in Wuppertal und auf den hiesigen Fahrradtrassen!
    Wolfgang

    1. Avatar von warumichradfahre

      Es wäre auch zu schade, wenn die Plätze nicht genutzt würden. Die Anlage in Oberbarmen ist nicht wirklich ein Spielplatz, denn es gibt nur ein „Gerät“, das ist aber toll.

      Um die Tageszeit war es definitiv kein Angstraum. Es war alles ganz friedlich und sauber.

      1. Avatar von Wolfgang
        Wolfgang

        Der erheblich attraktivere Spielplatz liegt etwa 100 m flussabwärts für alle Altersstufen und mit Zugang zum Wasser.

      2. Avatar von warumichradfahre

        Das nächste Mal ‼️

  6. Avatar von Gisela Benseler

    Der Kleine macht es dem Opa nach, und beide halten sich jung ~~~

  7. Avatar von Hannelore
    Hannelore

    Guten Morgen,
    ja, über der Wupper schweben ist für jeden etwas. In Wuppertal gehört es einfach dazu.
    Enkel und Kinder habe ich keine, allerdings ist mir auch schon öfters aufgefallen, dass viele Spielplätze nicht benutzt werden.
    Das mit der Sicherheit finde ich bei einigen Eltern schon sehr fragwürdig, bringen ihre Kinder mit dem PKW zur Schule und sagen dann auch noch, der Grund wäre, es ist doch viel zu viel Verkehr auf der Straße und nehmen selbst daran teil.
    In unserer Nähe ist eine Grundschule und auch eine Kita.
    Ein Weg ist nur für Fußgänger, leider halten sich einige Elternnicht daran und fahren mit ihrem Fahrrad lang und bringen ihre Kinder zur Schule.
    Wir haben gar kein Auto, eine Bekannte von mir hat zwei Kinder und diese fahren von Anfang an mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
    Ich finde es sehr gut, was du mit deinem Enkel unternimmst und es auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist.

    Ach, wie sieht es eigentlich jetzt im Vohwinkeler Bahnhof aus, ich kenne den unmöglichen Zustand.
    Demnächst werde ich auch mal hinfahren und dann auch wieder schweben.

    Gruß
    Hannelore

    1. Avatar von warumichradfahre

      Welchen Vohwinkler Bahnhof meinst Du? Ich fand weder den von der Bahn noch den von der Schwebebahn unmöglich. Alle Aufzüge haben funktioniert und es gab keine NoGo Ecken.

      1. Avatar von Hannelore
        Hannelore

        Den Zugbahnhof, als ich das letzte Mal da war, blätterte die Farbe unter der Decke zu den Gleisen ab, kann allerdings sein, dass dieses alles nur saniert wurde.

      2. Avatar von warumichradfahre

        Hab ich nichts von mitbekommen, ich achte aber auch nicht immer auf so etwas…..

  8. Avatar von juckplotz

    Schwebebahn Wuppertal. Steht auch noch auf meiner Wunschliste

    1. Avatar von warumichradfahre

      Zurecht 😁

  9. Avatar von mini ART tour

    Bin schon beruhigt dass du keine Kinderbilder gepostet hast ..
    Ich entfolge denen sofort
    Danke für die interessanten Fotos
    Ich bin im Glauben bluesky ist europ ?

    1. Avatar von warumichradfahre

      Nein, Bluesky ist eine US-amerikanische Plattform. 
      Das Unternehmen dahinter ist die Bluesky Social, PBC, eine US-amerikanische Public Benefit Corporation mit Sitz in Seattle, Washington. Die Plattform ging ursprünglich aus einer von Jack Dorsey (Ex-Twitter-Chef) initiierten Initiative hervor.

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