Zeitkapseln, Rheingeister & Kunst am Ufer: Monheim abseits der Radwege 🌊🗿⚓
Dass ich mehr als einmal über ein und dieselbe Fahrt berichte, passiert bei mir im Blog eher selten. Als mir die digitale Zeitkapsel von Jetpack heute Morgen aber zeigte, dass ich letztes Jahr schon einmal drei Beiträge über eine einzige Tour durch die Ville geschrieben habe (heute vor einem Jahr sogar passend über Verkehrspolitik in Erftstadt), dachte ich mir: Warum eigentlich nicht?
Nachdem es gestern um die verkehrspolitischen Glanzlichter rund um den RS5-Radschnellweg ging, kommt heute der finale Teil meiner Monheim-Runde – mit allem, was links und rechts der Strecke zu entdecken war!
Vom Richrather See an den Strom 🦆🌾
Los ging die Tour in Langenfeld mit einem Blick auf den Richrather See kurz vor der Bahnlinie.

Der See scheint durchaus genutzt zu werden, denn ich habe kleine Bootsanleger entdeckt. Ob man dort auch schwimmen darf, weiß ich gar nicht – das schaue ich mir demnächst mal genauer an. Laut Komoot führt allerdings nur ein unbefestigter Schotterweg um das Gewässer herum. Mal sehen, ob ich mir das auf wirklich antun werde!
Über den gestrigen Radschnellweg ging es schnurgerade an den Rhein. Am Treppelweg empfingen mich nicht nur die unvermeidlichen, friedlich grasenden Deichschafe,

sondern auch recht skurrile Gestalten: die „Rheingeister“! Sie sehen ein wenig so aus, als sollten sie ungebetene Besucherinnen und Besucher von der anderen Rheinseite abschrecken.

Nerd-Wissen am Ufer: Wofür stehen die riesigen weißen Tafeln? ⚓🚢
Entlang des Ufers herrschte direkt wieder diese ganz typische, beruhigende Rheinatmosphäre: Frachtschiffe, Wellenschlag und überall diese markanten, großen weißen Tafeln mit schwarzen Zahlen. Aber wozu dienen die eigentlich genau?

Es handelt sich dabei um die offiziellen Stromkilometer- und Hektometertafeln der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Sie markieren die Rhein-Kilometrierung, die fortlaufend ab der Rheinbrücke in Konstanz am Bodensee bis zur Mündung in Hoek van Holland (1.032{,}8\text{ km}) gemessen wird. Während volle Kilometer oft als riesige Schilder am Ufer stehen, zeigen die Hektometertafeln die Abstände in Hunderter-Schritten (z. B. 712{,}4\text{ km}) an. Für die Kapitän:innen der Binnenschiffe sind diese Tafeln wie die Kilometrierung auf der Autobahn: Sie sind essenziell für die Radarnavigation bei Nebel, für Positionsmeldungen per Funk und für das exakte Erfassen von Untiefen oder Gefahrenstellen auf dem Strom.
Schelm, Geysir & Lola: Kunst, die polarisiert 🏰🎨
In Monheim selbst begrüßt einen vom Fluss aus direkt das historische Schelmentor.

Warum das Bauwerk so heißt, wird schnell klar, wenn man genauer hinsieht: Ein frecher Schelm versteckt sich direkt hinter dem Tor! Mit dem Auto darf man die Passage gar nicht durchfahren – mit dem Rad entdeckt man das Detail im Vorbeirollen aber sofort.

Ein paar Meter zuvor war ich auf eines der wohl am heftigsten diskutierten Kunstprojekte der Region getroffen: den künstlichen Monheimer Geysir mitten im Kreisverkehr. Erschaffen vom Schweizer Künstler Thomas Stricker und 2020 eröffnet, bricht die Fontäne samt Nebelwolke erst nach jeweils genau 64 reinen Sonnenstunden aus.

Das Kunstwerk kostete damals rund 600.000 Euro, was schon bei der Planung für erhebliche Kritik in der eigenen Bevölkerung und bundesweite Debatten über Kunst im öffentlichen Raum sorgte. Ganz ehrlich? So wahnsinnig viel macht er auf den ersten Blick tatsächlich nicht her. Für mich ist er jedenfalls nicht das große Schmuckstück der Stadt.
Da hatte mich kurz zuvor Lola am Rhein schon eher in ihren Bann gezogen.

Die bunte, rund fünf Meter hohe Bronzeskulptur von Markus Lüpertz prangt seit 2018 direkt an der Uferpromenade. Ich habe sie zwar auch erst auf den zweiten Blick als Lola erkannt und man muss diesen Wucht-Kunststil keineswegs mögen – aber sie zieht die Blicke definitiv auf sich. Besser als triste Belanglosigkeit ist das allemal!
Heimweg über die Wasserski-Anlage 💦🏄♂️
Zum Abschluss meiner Runde gab es noch einen kurzen Abstecher zur Wasserskianlage in Langenfeld – angeblich eine der größten Anlagen überhaupt.

An einem kühlen Werktag war dort natürlich gar nichts los. Das hatte jedoch den unschlagbaren Vorteil, dass ich die gesamte Anlage ohne Menschenmassen ganz in Ruhe fotografieren konnte.

Fazit der Entdeckungsreise 🖐️⚙️
Das war ein wirklich runder Abschluss! Die Fahrt bot eine tolle Ergänzung aus moderner Infrastruktur und spannenden Fundstücken links und rechts des Weges. Es war mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch in Monheim. Eine Freundin schrieb mir gestern nach meinem ersten Blogpost bereits, dass es in Monheim noch eine wunderschöne, denkmalgeschützte Kirche geben soll. Auch wenn ich sonst nicht der größte Kirchen-Fan bin: Im Gesamtpaket schaue ich mir das beim nächsten Mal definitiv an!
Wenn ihr in der Gegend seid: Fahrt die Tour einfach nach oder meldet euch bei mir!
Euer Axel!


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