Bettelampeln im Radverkehr: Gängelung, Blindtaster & rotlichtbedingter Frust
Heute will ich noch einmal über eine echte Pest im Radverkehr sprechen: sogenannte Bettelampeln. Das sind Lichtsignalanlagen, die für den Fuß- und Radverkehr nur dann auf Grün umspringen, wenn man vorher brav einen Anforderungstaster bedient hat. Ansonsten bleiben sie stur rot – selbst wenn der parallel fließende Autoverkehr längst grüne Welle hat.
Wenn man also auch nur einen winzigen Moment zu spät anrollt, steht man wie ein Idiot an der roten Ampel, während die Autokolonne entspannt an einem vorbeizieht.
1. Die Steigerung: Taster ohne jegliche Rückmeldung
Doch Bettelampeln haben noch eine gewaltige Steigerung auf Lager: Taster, die keinerlei Response oder Signal auslösen!


- Kein Haptik-Feedback: Es gibt keinen echten Drucktaster mehr, bei dem man zumindest spürt, dass man ihn ein paar Millimeter eingedrückt hat.
- Keine optische Bestätigung: Die Ampel selbst zeigt nicht an, dass der Druck registriert wurde (wo sonst meist ein Leuchtfeld mit „Signal kommt“ über dem Rotlicht aufblinkt).
Wenn der Taster stattdessen nur aus einer glatten Berührungsfläche besteht und die Quittierungsanzeige fehlt, stellt sich mir jedes Mal die gleiche Frage: Hat diese Fläche meine Berührung nun eigentlich registriert und das Signal weitergeleitet? Mag sein, dass das etwas paranoid klingt – aber ich bin mir sicher, dass viele Radfahrende dieses ungute Gefühl teilen.
Das ist übringes auch bei den in diesem Betrag abgebildeten Modellen der Fall, obwohl da „Bitte drücken“ draufsteht. Man kann diese Flächen eben nicht „eindrücken“.
2. Pseudo-Bettelampeln & das Blindflug-Prinzip
Häufig ist das Auslösen aber ohnehin vollkommen egal, weil die vermeintliche Bettelampel in Wahrheit gar keine ist! Ich kenne etliche Ampelanlagen, an denen zwar Taster angebracht sind, die aber im normalen Umlauf genauso auf Grün schalten, wenn man eben nicht drückt.
Das Dumme daran: Man weiß nie vorher, welche Ampel welcher Kategorie angehört. Das lernt man erst mit der Zeit und nach unzähligen Fehleinschätzungen, bei denen man doof an der roten Radampel steht, während man die gesamte Modellpalette der Autoindustrie an sich vorbeiziehen sieht.
3. Wenn Infrastruktur zu Rotlichtverstößen verleitet
Ich gebe ehrlich zu: Bei mir führen Bettelampeln schlichtweg regelmäßig zu Rotlichtverstößen. Ich sehe überhaupt nicht ein, warum ich nachts an einer menschenleeren Kreuzung mutterseelenallein an einer roten Radampel stehen soll, während die Fahrbahn direkt daneben satt Grün zeigt.
In solchen Momenten stehen für mich zwei Optionen zur Wahl:
- Ich fahre nach vorsichtigem Umsehen bei Rot über die Radfurt.
- Ich missachte die Radwegebenutzungspflicht und wechsle direkt auf die Fahrbahn, um die grüne Auto-Ampel zu nutzen.
Schon blöd – ich will mich eigentlich an die Regeln halten. Aber ich will mich von der Verkehrsplanung eben auch nicht verarschen lassen!
Euer Axel!


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