🚴‍♂️ Auf dem GSpot zur Debatte: Wenn aus dem Leserbrief eine persönliche Begegnung wird
Heute Abend schwinge ich mich wieder auf meinen GSpot, um mir den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen und den Kopf für eine ganz besondere Veranstaltung freizubekommen. Es geht nach Köln zu einer Podiumsdiskussion, die hochaktuelle und verdammt schwierige gesellschaftliche Fragen aufgreift.
Die Anfahrt führt mich von Zuhause aus über rund 20 Kilometer quer in die Kölner Innenstadt. Die Karl-Rahner-Akademie liegt sehr zentral in der Kölner Altstadt-Süd (Jabachstraße 4–8), direkt im Schatten von Cäcilienkirche und Gürzenich – ein Weg, der sich mit dem Rad wunderbar fahren lässt, um unterwegs schon einmal die eigenen Gedanken zu ordnen.
Die Akademie selbst ist seit vielen Jahrzehnten eine feste und angesehene Institution für den katholischen, aber stets weltoffenen und kritischen Dialog in Köln. Benannt nach dem Jesuiten und Theologen Karl Rahner, bietet sie Raum für gesellschaftspolitische, wissenschaftliche und kulturelle Debatten. Ein Ort, an dem kontroverse Themen nicht gemieden,sondern im Geiste des freien Diskurses reflektiert werden – genau der richtige Rahmen für das heutige Thema.
Die AnkĂĽndigung verspricht ein spannendes Format in der Reihe FRANK & FREI:
Braucht die Demokratie Schutz – vor ihren Freunden?
Über Möglichkeiten und Grenzen der Abwehr von Verfassungsfeinden und Gegnern der freiheitlichen Ordnung diskutiert Frauke Rostalski mit Peter Niesen, Professor für politische Theorie an der Universität Hamburg.
- Moderation: Joachim Frank
- Termin: Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr
- Ort: Karl-Rahner-Akademie, Jabachstraße 4–8, 50676 Köln
- Tickets: 14 Euro (ermäßigt 7 Euro, KStA-Abocard 10,50 Euro) per Telefon (0221/801078-0) und online unterwww.karl-rahner-akademie.de
đź’¬ Vom Leserbrief zum echten Dialog
Für mich ist der Besuch heute Abend keineswegs ein spontaner Impuls, sondern die logische Fortsetzung eines „Austauschs aus der Ferne“. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, erinnert sich vielleicht noch an meinen Beitrag vom 11. Oktober 2026. Damals habe ich mich intensiver mit einem Artikel von Prof. Frauke Rostalski im Kölner Stadt-Anzeiger auseinandergesetzt und dazu auch meinen Leserbrief veröffentlicht.
Heute bietet sich nun die Gelegenheit, aus dem gedruckten Wort einen echten, lebendigen Dialog zu machen. Ich freue mich darauf, Frau Rostalski heute Abend persönlich zu begegnen, mir ihre Thesen im Live-Format anzuhören und im besten Fall ein paar eigene Fragen zu stellen und Kommentare abzugeben. Genau dafür sind solche Abende schließlich da!
📝 Vorbereitung mit digitaler Tinte: Goodnotes im Einsatz
Damit ich bei der Diskussion heute Abend meine Gedanken strukturiert auf den Punkt bringen kann, habe ich zur Vorbereitung wieder einmal intensiv auf ein digitales Helferlein zurĂĽckgegriffen: Goodnotes.
Ich nutze die App schon seit Ewigkeiten auf meinen Apple-Geräten, habe die intensive Arbeit damit in den letzten Wochen aber wieder extrem für mich entdeckt. Ob Notizen zu Artikeln, das Gliedern von Argumenten oder spontane Ideen auf dem iPad – das Tool ist bei mir wieder im Dauereinsatz.
Da mich immer wieder Fragen zu meinem digitalen Selbstmanagement erreichen, verpreche ich schon jetzt: Dazu wird es an einem der kommenden Sonntage noch einmal einen ausfĂĽhrlichen Extra-Artikel geben!
Haltung zeigen: Kölner Stadt-Anzeiger & mein Leserbrief
Durch einen Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger haben sich meine Sinne in den letzten Tagen noch einmal geschärft. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mir in einem Leserbrief einen Teil des aufgestauten Frusts von der Seele zu schreiben.
„Der Bundespolitiktrainer im Einsatz“ von Frauke Rostalski im Kölner Stadtanzeiger vom 08.10.2026
Der Presseartikel von Frauke Rostalski setzt sich kritisch mit politischen Äußerungen von Jürgen Klopp auseinander, der gefordert hatte, Nationalstolz und die Bundesflagge nicht den „falschen Leuten“ (womit er auf die AfD und deren Wähler anspielte) zu überlassen.
Die Kernaussagen des Artikels sind:
- Zunehmende Politisierung des FuĂźballs: Der Artikel beschreibt eine fortschreitende Politisierung im Sport, insbesondere bei Nationalmannschaften, deren schwache sportliche Leistungen teils durch gesellschaftspolitisches Haltungszeigen kompensiert wĂĽrden.
- Kritik an der Begrifflichkeit „falsche Leute“: Menschen aufgrund ihrer Wahlentscheidung als „falsch“ zu kennzeichnen, sei kein qualifizierter Diskursbeitrag, sondern verharre in einer Freund-Feind-Logik. Nicht Menschen seien „falsch“, sondern allenfalls deren Taten oder politischen Absichten.
- Gefahr der gesellschaftlichen Ausgrenzung: Durch solche Äußerungen vermittle der Bundestrainer das Signal, dass AfD-Wähler im „Team Bundestrainer“ unerwünscht seien. Dies verstärke die Polarisierung, anstatt gesellschaftliche Brücken zu bauen – insbesondere in Zeiten, in denen ein erheblicher Teil der Bevölkerung diese Partei wähle.
- Plädoyer für echten gesellschaftlichen Diskurs: Eine freiheitliche Demokratie lebe vom offenen und gleichberechtigten Argumentationsaustausch. Prominente Persönlichkeiten wie der Bundestrainer haben eine besondere Verantwortung für ihre Wortwahl und sollten Gegenüber – auch bei völlig unterschiedlichen Auffassungen – als gleichberechtigte Diskursfolger anerkennen, statt sie durch Ausgrenzungspraktiken abzuwerten
Mein Leserbrief dazu im Wortlaut
Aha, wie sprechen wir miteinander, das ist also das, was jetzt gerade das vordringlichste ist, wenn ich den Beitrag richtig verstehe. Kurz nachdem die AfD und wer auch immer sonst in Sachsen-Anhalt gehandelt und Fakten geschaffen haben. Miteinander sprechen, den Dialog suchen, besser kommunizieren…. das suggeriert, dass das irgendetwas ändern kann. Spoiler: wird es nicht!
Der Beitrag von Frau Rostalski und auch die Diskussion um einen Fußball-WM-Boykott (die ja keine Diskussion war, sondern schon im Keim erstickt wurde) erinnern mich an das, was zu Zeiten der Nazis „Appeasement“ genannt und praktiziert wurde. Wenn wir einigermaßen nett zu denen sind, werden sie vielleicht nicht so böse sein.
Doch, werden sie. Die Rechten werden tun, was sie ankündigen. Sie werden demokratische Werte und Institutionen schleifen und „millionenfache Remigration“, also Deportationen, durchführen. Trump macht es vor, hierzulande wird es mit deutscher Gründlichkeit noch perfektioniert werden.
Der Ruf nach Dialog legt die Last auf die Guten. Wir werden am Ende Schuld sein, weil wir nicht genug dialogisiert, kommuniziert, überzeugt, erklärt haben. Im Umgang mit Putin ist es schon so: der arme Kerl kann ja gar nicht anders, als Krieg führen, weil wir doch so gar keinen Dialog mit ihm wollen…..
Schluss damit! Klare Kante! Kein Millimeter nach rechts! Langsam wird es Zeit, Stellung zu beziehen, durchaus im doppelten Sinn: wir müssen leider auch im Inland langsam die Schützengräben gegen rechts ausheben.
Euer Axel!


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