🎃 Süßes, Saures und Radverkehr: Schaurige Fahrrad-Demo in Kerpen zu Halloween
Heute ist der 31. Oktober – und damit wieder Halloween! Als Angehöriger der „Lifestyle 65“-Generation muss ich ehrlich gestehen: Das Wort „Halloween“ war in meiner Kindheit und Jugend bei uns völlig unbekannt. Wir kannten den Begriff später höchstens aus US-amerikanischen Filmen, Serien oder Fernsehberichten. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich der Brauch auch in Deutschland fest etabliert und wird heute in ganz unterschiedlichen Formen begangen.
🌾 Erinnerung an das Saarland: Der Rübengeist vor der Tür
Wenn ich allerdings genauer nachdenke, hatten wir als Kinder damals im Saarland einen Brauch, der dem heutigen Halloween verblüffend ähnlich war – nur ganz ohne US-Import! Am Abend vor Allerheiligen höhlten wir Futterrüben (die sogenannten Runkelrüben) aus, schnitzten ihnen ein gruseliges Fratzengesicht und stellten sie, von innen mit einer Kerze beleuchtet, vor die Haustür oder auf die Fensterbank.
Im saarländischen Sprachraum nannte man diese geschnitzte Rübe oft Rummelbooze („Rummel“ für Futterrübe und „Booze“ für Verkleidung/Geist). Das Wort „Halloween“ fiel dabei zwar nie, aber der Kern des Brauchs – das Licht in der Dunkelheit, das Vertreiben der dunklen Gestalten vor dem Totengedenken – war tief in unserer regionalen Tradition verwurzelt.
📜 Ein Blick in die Geschichte: Woher kommt Halloween eigentlich?
Dass sich die geschnitzte Rübe bei uns und der Kürbis in den USA so ähnlich sind, ist kein Zufall. Ein präziser Blick auf die historischen Wurzeln erklärt die Zusammenhänge:
- Keltischer Ursprung (Samhain): Die Ursprünge liegen im keltischen Fest Samhain (ausgesprochen etwa „Sow-in“), das im irisch-schottischen Raum den Übergang vom Sommer zum Winter und das Ende des Erntejahres markierte. Die Kelten glaubten, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten besonders durchlässig sei. Um böse Geister abzuschrecken, entzündete man Freudenfeuer und verkleidete sich.
- Christianisierung und Name: Im 8. Jahrhundert verlegte die katholische Kirche das Fest Allerheiligenauf den 1. November. Der Vorabend, der 31. Oktober, wurde im Englischen als All Hallows’ Eve („Abend vor Allerheiligen“) bezeichnet – woraus im Laufe der Zeit das Wort Halloween entstand.
- Die Jack-O’-Lantern-Sage: Die geschnitzten Fratzen gehen auf die irische Sage von Jack O’Lanternzurück, einem durchtriebenen Schmied, dem nach dem Tod sowohl der Himmel als auch die Hölle verwehrt blieben. Der Teufel gab ihm ein Stück glühende Kohle, das Jack in eine ausgehöhlte Rübe steckte, um seinen Weg im Dunkeln zu finden.
- Export in die USA: Mit den großen irischen Auswanderungswellen im 19. Jahrhundert gelangte das Rübengeistern in die USA. Dort wandelte sich die Tradition: Die heimische Futterrübe wurde durch den in Amerika leicht verfügbaren, weitaus besser schnitzbaren Kürbis ersetzt, und der Brauch des Trick-or-Treating („Süßes oder Saures“) entwickelte sich.
- Der Weg zurück nach Deutschland: In Deutschland fasste Halloween erst ab Anfang der 1990er-Jahre unter diesem Namen Fuß. Ein wesentlicher Beschleuniger war überraschenderweise der Ausfall des rheinischen Karnevals 1991 wegen des Golfkriegs. Die Spielwaren- und Süßwarenindustrie suchte nach Alternativen und förderte die Etablierung von Halloween. Seither hat es sich zu einem festen kulturellen und wirtschaftlichen Phänomen entwickelt, das unser altes Rübengeistern weitgehend überlagert hat.
🍬 Bei uns zu Hause – und heute auf der Straße!
Bei uns zu Hause haben wir Halloween im modernen Sinne früher nie gefeiert, auch nicht, als unsere Jungs noch klein waren. Heute haben wir aber selbstverständlich eine Schale mit Süßigkeiten an der Haustür bereitstehen, damit es nichts Saures gibt, wenn die kleinen Geister und Hexen aus der Nachbarschaft anschellen.
Trotzdem bin ich heute selbst aktiv an einer Halloween-Aktion beteiligt – allerdings ganz im Sinne der nachhaltigen Mobilität! Der ADFC Kerpen ruft heute zu einer schaurig-schönen Fahrrad-Demonstration auf, und bei so einer Aktion darf ich natürlich nicht fehlen.
🎃 Die Daten zur schaurigen Fahrrad-Demo in Kerpen
Es handelt sich um eine Ausfahrt im Stil einer Kidical Mass – es geht also im Kern darum, lautstark und sichtbar dafür zu demonstrieren, dass Kinder sicher und selbstständig Rad fahren können!

Hier sind die wichtigsten Eckdaten für alle, die mitradeln möchten:
- Wann: Samstag, 31.10.2026 um 16:30 Uhr
- Startpunkt: Friedrich-Ebert-Platz in Horrem (Kerpen)
- Anlass: 9. Kidical Mass in Kerpen („Schaurige Fahrrad-Demo“)
- Programm & Highlight: Wir radeln durch gruselige Straßen mit schaurigen Kostümen, leuchtenden Rädern und lautem Getöse!
- Veranstalter & Kontakt: ADFC Rhein-Erft / Kidical Mass Kerpen (Ansprechpartnerin: Anja Georg,
anja.georg@adfc-rhein-erft.de). Weitere Infos zur Bewegung unter kinderaufsrad.org.
Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten – außer, dass ich natürlich live dabei bin und unterwegs auf dem Fahrrad für die passende musikalische Begleitung sorge! 🎶🚲
Also: Schnappt euch eure Räder, werft euch in ein Schauer-Outfit und seid dabei! Ich freue mich auf euch!


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