
Ich sitze gerade im Reisebus von Oberhausen nach Bad Bevensen in die Lüneburger Heide. Natürlich habe ich mein Faltrad dabei – das gehört schließlich zu mir wie andere ihr Handgepäck oder ihre Lieblingskopfhörer. Von Anfang an war klar: Das Rad muss mit in den Urlaub.
Die erste Frage war natürlich: Wie bekomme ich es am besten in den Bus? Glücklicherweise habe ich mir gleich nach dem Kauf eine passende Tasche besorgt. Da passt das Faltrad erstaunlich gut hinein. Der Sattel schaut zwar keck oben heraus – den baue ich nicht jedes Mal ab, das wäre mir zu umständlich. Aber das macht nichts. Im Gegenteil: Irgendwie wirkt es so, als würde das Rad neugierig über den Rand der Tasche hinausgucken und schon einmal Busluft schnuppern.
Dann der kleine Schreck in den Reiseunterlagen: “Ein Gepäckstück plus Bordgepäck.” Oha! Doch schnell stellte sich heraus, dass meine Fahrradtasche wahre Raumwunder-Qualitäten hat. Neben dem Rad fanden auch alle Klamotten, Ersatzsachen und Kleinkram, den man eben so braucht, noch Platz. Ein bisschen Tetris für Fortgeschrittene – aber es ging alles hinein.

Einziger Haken: Das Gesamtpaket kommt auf gute 20 Kilogramm. Damit ist es nicht gerade ein elegantes Handtäschchen. Schon die Treppe im Haus hinauf und das Wuchten in den Kofferraum des Skoda war eine kleine Kraftprobe. Und erst recht, als ich das Ganze in den Bus verladen musste. Der Laderaum ist gut einen Meter zwanzig hoch. Da war Muskelarbeit gefragt – und plötzlich machte sich mein Besuch im Fitnessstudio doch bezahlt. Mit einem kräftigen Schwung landete das Rad schließlich sicher im Bauch des Busses.
Jetzt steht es dort schön aufrecht, verkeilt zwischen den Koffern anderer Reisender, und ich bin völlig entspannt. Kein Wackeln, kein Rutschen – das Faltrad fährt quasi als VIP mit.
Der Bus selbst ist ein moderner Doppeldecker mit ein paar charmanten Gebrauchsspuren. Ich sitze ganz vorne oben, habe Steckdosen für meine Geräte und einen Panorama-Blick auf alles, was draußen vorbeizieht.

Gerade geht es über die A1 in Richtung Bremen. Autobahnlandschaft ist natürlich nicht die spektakulärste Kulisse. Und jetzt stehen wir gerade nach einer kurzen Pause auf einem vollkommen mit LKW vollgeparkten Rastplatz in einem Stau kurz vor Bremen. Es ist Sonntag und bisher lief es eigentlich gut, aber jetzt ist hier irgendwas.
Wir rollen und es ist wirklich erstaunlich, wie viele Menschen hier ihre Räder dabeihaben, allerdings nicht, wie ich, in einer Tasche im Kofferraum sondern auf Radträgern. MdRüdA – mit dem Rad über die Autobahn, oder was?
Eigentlich ist es ganz interessant, das Staugeschehen einmal aus der Vogelperspektive zu betrachten. Unser Bus fuhr die ganze Zeit auf dem mittleren Fahrstreifen (von Dreien) und ist jetzt gerade auf den Rechten gewechselt. Von Rettungsgasse keine Spur. Immer wieder wechseln Fahrzeuge die Fahrspur. Obwohl, von hier oben betrachtet, alle drei Kolonnen bewegen sich in etwa in der gleichen Geschwindigkeit. Jetzt ist 100 Meter vor uns ein LKW auf den Standstreifen gefahren und fährt dort an allen vorbei. Und verschwindet gerade in einer Abfahrt. Einige Fahrzeuge machen es ihm nach, auch welche mit Wohnanhängern.
Und schon sind wir in Bremen und einer großen Baustelle vorbei und jetzt rollt es wieder. Allerdings mit Tempo 120 maximal, aber der Bus kann ja sowieso nicht so schnell fahren. 

Alles ziemlich entspannt.

Und mit viiiiieeeeellllll Platz.
Meine Freundin Petra Perplexity hat mir gerade erzählt, dass es von mir zu Hause bis Bad Bevensen etwa 390 km sind. Da wir mit dem Reisebus fahren, brauchen wir für diese Distanz auf jeden Fall schon einmal 4 Stunden, wir machen aber auch Pausen, deswegen ist die geplante Fahrzeit von 8:00 Uhr morgens bis 14:00 Uhr mittags

Ich habe einen absoluten Logenplatz. Und das Wetter spielt jetzt hier auch mit. Wir sind zu Hause bei grauem Himmel und leichtem Regen losgefahren, in Oberhausen war’s aber schon trocken und hier wird es gerade richtig schön. Das schlechte Wetter von Westen kommt wahrscheinlich erst morgen in der Lüneburger Heide an, vielleicht kann ich heute noch ein paar Meter radeln.
Der Bus wird von einer Busfahrerin bewegt, die ihre Sache wirklich perfekt macht. Es ist total angenehm und ich genieße gerade die Fahrt und den Blick von hier oben in die Landschaft. Hier sind gerade ein paar Schafe unterwegs. Ja schön.
Etwas spooky sind die Brücken….

Die kommen hier oben auf der Galerie relativ nah. 😳
Upsi, und schon Lügen gestraft. Es regnet gerade. Auf der Panoramas Scheibe vor mir sammeln sich ein paar Tropfen.

Äääähhhhhhh……
Um 12:15 Uhr und unter 100 km vom Ziel entfernt, gibt es noch einmal einen Wechsel des Fahrpersonals, die sind ja zu zweit hier. Jetzt übernimmt ein Mann.
Das Zeitbudget für die zweite Pause hat wohl gerade der Stau aufgebraucht. Deswegen nur Fahrerwechsel. Und deswegen Mittagessen im Bus.

Ich hab alles aufgegessen, also wird das Wetter wieder besser. Wir sind 40 km vor Hamburg und ich hätte gar nicht gedacht, dass wir so weit hier hinauf fahren. Ich hab mich aber nicht damit beschäftigt, wie wir mit dem Auto dahin kommen. Die Busfahrerin und der Busfahrer werden das ganz bestimmt wissen.
Der Regen hat’s zwar aufgehört, aber der Stau wieder begonnen.

Große Autos, kleine und einzelne Räder 🚲
Eigentlich ist Liveticker Blog schreiben im Stau gar nicht so verkehrt. Man hat immer was zu tun und kann das was man sieht auch verarbeiten. Zum Beispiel dass wir jetzt gerade alle Welt die Spuren wechseln. Jetzt ist unser Bus gerade auf die äußerste Spur gewechselt. Mein Eindruck: der Mann fährt schon was aggressiver als die Frau zuvor.
Wobei, er hatte recht. Nachdem wir die ganzen Fahrzeuge überholt haben, die an einem Autobahnkreuz nach rechts weg wollten, läuft es wieder.
Die nette Busfahrerin hat gerade die Durchsage gemacht, dass wir schon mal unsere persönlichen Sachen zusammen räumen können, aber irgendwie glaube ich das nicht. Wir sind noch auf der A1 und die führt definitiv nicht nach Bad Bevensen.
Und noch eine Durchsage: in etwa 1 Stunde sind wir da. Es ist jetzt 12:55 Uhr, also passt das sehr gut.

Und schon geht es Richtung Lüneburg.

Und blauer Himmel.
Vielleicht sollte ich sagen, dass Bad Bevensen in der Nähe von Lüneburg liegt. Aber wisst ihr wahrscheinlich.
Jetzt geht es auf die Landstraße. Es gibt Zeichen…..

🤩🤩🤩
Noch kein Schild nach Bad Bevensen…. 🤨

Sieht nicht so schlecht aus hier 😍
Und LTE gibt es auch hier.
Kleine Verwirrung um eine Straßensperrung, U-Turn klappt nicht. Also erst mal weiter.

Na also. Geht doch.
Und ein extra Radweg nach Bad Bevensen.

Alleen sind auch was besonderes….
Und Rad gefahren wird hier auch.

So fünf Kilometer noch. Zweige hauen gegen das Dach. Aber von Heide nichts zu sehen. Viel Landwirtschaft.

Rad fahren hinter dem Kanal.
Und in Bad Bevensen.

Und angekommen.

Alles Wichtige ist da 😂😂😂
Ende des Livetickers um 14:18 Uhr


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