
Nein, keine Sorge, ich rede nicht davon, dass Putin uns überfallen hat.
Stattdessen führe ich einen ganz eigenen „Krieg“: den Kampf mit den winzigen, aber hartnäckigen Insekten, die uns überall verfolgen. Die kleinen Biester, die meine Wade (siehe Titelbild) in ein kleines Schlachtfeld verwandelt haben, suchen lediglich nach einer schnellen Mahlzeit – unserem Blut. Von Krieg kann hier eigentlich ja keine Rede sein, obwohl ja manche Menschen unseren Verzehr von Tieren auch als „Krieg“ bezeichnen.
Als Radfahrer und damit leidenschaftlicher Outdoor‑Typ bin ich besonders anfällig für Mücken und Co. Das wurde mir kürzlich bei der „Tour de Verkehrswende“ bewusst. Dort gab es nicht nur lange Strecken, bei denen die Insekten kaum mithalten konnten, sondern auch ausgedehnte Pausen im Grünen – vor allem am Abend, wenn Lichtquellen die kleinen Blutsauger magisch anziehen. Plötzlich gab es Stiche und Bisse an allen möglichen Stellen, doch die Schmerzen in der vorletzten Woche waren außergewöhnlich stark und die Wunden echt langanhaltend.
Um künftig weniger zum All-you-can-eat‑Buffet für die Plagegeister zu werden, habe ich beschlossen, meine Haut besser zu schützen. Nächstes Jahr will ich keine exponierten Arme oder Beine mehr zeigen – die Stiche trafen nämlich immer dort, wo die kurze Hose oder die kurzen Ärmel freien Zugang boten. Deshalb rüste ich meine Garderobe jetzt mit langen Ärmeln und Hosen nach, die trotzdem leicht bleiben: ein Mix aus Baumwolle und etwas Leinen, damit ich nicht ins Schwitzen gerate, aber dennoch gut belüftet bin.
Natürlich muss die Farbe passen. Bei den glühend heißen Sommertagen ist dunkle Kleidung ein Magnet für Hitze und damit fast schon eine Selbstmordmission für Radfahrer. Helle Töne reflektieren das Sonnenlicht, halten mich kühl und machen mich gleichzeitig für die Insekten weniger attraktiv – vor allem, wenn die Haut voll bedeckt ist.

Ob Baumwolle und Leinen beim Radfahren wirklich praktikabel sind, wird oft diskutiert. Viele schwören auf synthetische Stoffe, weil sie schnell trocknen und Feuchtigkeit ableiten. Ich habe es jedoch gerade selbst ausprobiert: Ein weißer, langärmliger und dünner Baumwollpullover hielt mich an einem sonnigen Tag angenehm kühl und nahm bei einem Regenschauer zunächst das Wasser auf, bevor es zur Haut drang. Das Ergebnis war ein trockenes, komfortables Tragegefühl, das ich bisher nur selten erlebt habe.
Kurz gesagt: Ich setze nun auf eine passive Verteidigungslinie – leichte, helle Kleidung aus natürlichen Materialien, die sowohl vor Sonne als auch vor stechenden Insekten schützt. Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und ich bin gespannt, ob dieser Ansatz im nächsten Jahr hält, was er verspricht. Vielleicht wird mein neuer Kleidungsstil ja zum Vorbild für alle, die den kleinen Kriegsgegnern im Freien ein Schnippchen schlagen wollen.

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