Aus der Garagenecke auf die Piste: Mein BlueDahon im Praxistest

Dahon Faltrad vor einem Gebäude in Köln
Dahon Faltrad vor einem Gebäude in Köln

Auferstehung aus der Garagenecke: Wie mein BlueDahon zum Helden der Kurzeit wurde 🚴‍♂️✨📦

Nachdem ich mein Brompton G-Line am Montag zu Radfieber in die Kurklinik zu einem kleinen Erholungsaufenthalt gebracht hatte, fiel ich gewissermaßen in ein kleines Loch. Zwar bewältigte ich den darauffolgenden Dienstag noch mit meinem Lastenrad #BlueMoon, aber für die anstehenden Termine der Woche sollte mir der schwere Brocken dann doch etwas zu groß sein.

Also stieg ich hinab in den Fundus meiner Garage und schaute nach einer handlichen Alternative. Als mir da in einer dunklen Ecke ein altbekannter Schatten ins Auge fiel, schlug mein Herz direkt etwas schneller: mein Zweitfaltrad, das BlueDahon!

Der Garagen-Fundus lebt 🔧🚲

Das kleine Rad stand bestimmt schon eine halbe Ewigkeit ungenutzt in der Ecke. Ich war mir ehrlich gesagt nicht einmal sicher, ob es überhaupt noch betriebsbereit war. Ich hob das leichtgewichtige Kerlchen heraus – extrem klein und handlich ist es ja – und stellte erfreut fest: Bis auf den Reifendruck war alles tipptopp! Ein paar kräftige Hübe aus der Luftpumpe, und schon war das Rad bereit für neue Taten.

Die ließen nicht lange auf sich warten: Bereits am Mittwoch feierte das BlueDahon auf einer Veedelstour seine Premiere nach langem Stillstand.

Und das funktionierte richtig gut! Ich bin damit überall hingekommen, erreichte eine absolut ansehnliche Geschwindigkeit und zog reichlich Aufmerksamkeit auf mich. Da das Faltrad optisch doch deutlich anders aussieht als mein gewohntes Brompton, gab es gleich einiges zu erklären, wenn mich Bekannte auf das „neue“ Rad ansprachen.

Dahon Faltrad vor einem Bauhaus-Gebäude mit Fenster in Köln

Da der Kuraufenthalt meines G-Line rund zwei Wochen dauern wird, übernimmt das BlueDahon jetzt für 14 Tage die Hauptrolle im Fuhrpark. Schon am Donnerstag begleitete es mich treu zum Zahnarzt nach Köln-Ehrenfeld und zurück.

Auch den Rest des Tages war es im Dauereinsatz – worüber ich am Sonntag noch ausführlicher berichten werde, denn da gab es ein richtig tolles Ereignis!

Eine kleine Zeitreise: Warum das Dahon Curve damals einzog ⏳📱

Das BlueDahon ist ein Modell vom Typ Dahon Curve mit 16-Zoll-Reifen, Gepäckträger und Nabendynamo. Ich habe mir das Rad Anfang der 2020er-Jahre gekauft. Damals wollte ich intermodal unterwegs sein – also flexibel im Mix aus Auto/Fahrrad und Bahn/Fahrrad. Dafür brauchte ich ein Rad, das sich kompakt falten lässt. Ein Brompton war mir in der damaligen Lebensphase schlicht zu teuer (das G-Line gab es damals noch gar nicht), und das Curve kostete gerade einmal die Hälfte.

Der Start war allerdings holprig: Kurz nach dem Kauf dachte ich erst, ich sei auf einen bösen Mangel reingefallen. Die Felgen lösten sich praktisch auf, weil die Nieten schlecht verarbeitet waren.

Auf meiner ersten längeren Fahrt handelte ich mir direkt zwei Platten ein, und die Speichen lockerten sich komplett. Zum Glück tauschte die Werkstatt auf Garantie beide Felgen gegen ordentlich verarbeitete Modelle aus. Danach fuhr das Rad wie verwandelt!

Ich habe einmal zum Thema Geschichte und Technik des Dahon Curve ein wenig recherchiert und dabei meinen digitalen Kollegen Google Gemini gefragt. Das ist dabei herausgekommen: Die Firma Dahon gilt seit den 1980er-Jahren als absoluter Pionier des modernen Faltrads, da Gründer David Hon den Faltmechanismus mit Gelenken an Rahmen und Lenksäule entscheidend prägte. Die Curve-Reihe mit ihren kompakten 16-Zoll-Laufrädern wurde speziell als wendige, leichte Antwort für den dichten Stadtverkehr und die Bahnmitnahme entwickelt. Während Marken wie Brompton auf ein extrem kompaktes Dreifach-Faltsystem mit nach vorne geklapptem Hinterbau setzen, nutzt Dahon ein klassisches Rahmengelenk zum seitlichen Zusammenklappen. Das macht das Rad im gefalteten Zustand zwar ein wenig breiter als ein Brompton, sorgt aber für ein sehr unkompliziertes Handling und ein erstaunlich stabiles Fahrverhalten bei geringem Eigengewicht.

Genau diese Qualitäten nutzte ich in den Folgejahren ausgiebig: Ich fuhr damit mit der Bahn nach Hattingen zum Cargo Bike Race (wo ich das Lastenrad eines lieben Kollegen fuhr, aber mit dem Dahon entspannt anreiste), nahm es im Auto mit nach Berlin und nutzte es intensiv bei der Zappanale an der Ostsee.

Vom Notbetrieb zum echten Ersatzbetrieb 🚴‍♂️💨

Später trat die intermodale Mobilität bei mir etwas in den Hintergrund, und mit dem Kauf meines Brompton G-Line geriet das Dahon leider in die hintere Garagenecke. Umso schöner ist jetzt diese kleine Wiederauferstehung!

Man ist auf den 16-Zoll-Rädern zwar nicht der Aller-Schnellste, aber das Rad ist enorm wendig. Auf rauen Belägen gibt es natürlich bauartbedingte Grenzen, und lange Distanzen wie nach Hannover oder Bad Oeynhausen würde ich mit der 3-Gang-Nexus-Nabe und der etwas niedrigeren Sitzposition nicht fahren wollen. Aber für die aktuellen Alltagswege im Revier tut es richtig gut!

Heute und morgen steht das BlueDahon wieder auf dem Plan – am Samstag geht es aller Voraussicht nach damit nach Langenfeld zum Enkeldienst. Wenn ich heute noch einen Thule-Adapter montiert bekomme, wird aus dem 14-tägigen „Notbetrieb“ ein vollwerter, fantastischer Ersatzbetrieb. Und falls meine Frau und ich mal zusammen eine Reise mit zwei Falträdern planen, ist das BlueDahon ab sofort wieder fest mit an Bord!

Euer Axel! 🖐️⚙️

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