Trockene Bäche, karge Ufer: Wenn der Regen im Rheinland ausbleibt 🚴♂️☀️🍂
Alle sprechen aktuell darüber – also tue ich es auch: die lang anhaltende Dürre hier im Rheinland und ihre unübersehbaren Auswirkungen auf unsere heimischen Fließgewässer.
Ich möchte aber nicht nur allgemein über das Wetter lamentieren, sondern von ein paar konkreten Beispielen berichten, die ich auf meinen Fahrten mit dem Rad in den letzten Tagen hautnah erlebt habe.
Beispiel 1: Die Erft vor meiner Haustür 🌊📉
Fangen wir mit der Erft an. Hier lebe ich, und der Fluss gibt dem Kreis, in dem ich zu Hause bin, seinen Namen: Rhein-Erft-Kreis. Über die Pegelstände zwischen Horrem und Bedburg hatte ich neulich erst geschrieben.
Als ich vor ein paar Tagen am Pegel in Horrem vorbeiradelte, bot sich mir ein erschreckendes Bild: Die Messlatte erreicht an ihrem unteren Ende die Wasseroberfläche gar nicht mehr!

Die Erft führt zwar natürlich noch Wasser, aber an der Stelle der Messstation ist der Stand so niedrig, dass man auf der gesamten Breite auf den Grund blicken kann. Man könnte an dieser Stelle erhobenen Hauptes von einem Ufer zum anderen durch den Fluss waten. Auch die offiziellen Erftpegel melden durchweg historische Niedrigwerte.
Vom Rhein müssen wir gar nicht erst anfangen – der ist jeden Abend in den Fernsehnachrichten Thema. Gestern habe ich von der Leverkusener Brücke aus ein Bild geschossen, das die riesigen Kiesbänke sehr anschaulich zeigt.

Der ultimative Schock im Garather Forst 🌲🛑
Gestern war ich dann mit meinem Enkel im Thule-Anhänger hinter dem Rad in Langenfeld unterwegs. Unsere Tour führte uns in den Garather Forst im Nordwesten der Stadt in Richtung Garath.
Dort erlebte ich den eigentlichen Schock: Zwei Bäche, die bei ihrer Zusammenfluss-Stelle sonst immer munter geplätschert haben, sind komplett trocken gefallen! Kein einziger Tropfen Wasser ist mehr darin zu finden. Es handelt sich um den Burbach und den Galkhauser Bach. So etwas habe ich in dieser Region noch nie gesehen. Es wirkt wirklich gespenstisch und beschäftigt die Menschen vor Ort extrem. Über die trockenen Bachbetten hinweg unterhielt ich mich kurz mit einer Frau, die mit ihrem Hund unterwegs war – sie war wegen des Anblicks völlig aufgelöst.

Ich habe einmal zum Thema Trockenfallen kleiner Fließgewässer und speziell zu den Bachsystemen Burbach und Galkhauser Bach ein wenig recherchiert und dabei meinen digitalen Kollegen Google Gemini gefragt. Das ist dabei herausgekommen: Der Burbach und der Galkhauser Bach gehören zum fein verästelten Gewässernetz des Niederbergischen Landes und der Ratinger/Langenfelder Sandlandschaft, die schrittweise nach Westen entwässern. Da diese Tieflandbäche zu einem großen Teil von oberflächennahem Grundwasser und lokalen Niederschlägen gespeichert werden, reagieren sie extrem empfindlich auf Dürreperioden. Fällt der Grundwasserspiegel unter die Sohle des Bachbetts, trocknet das Gewässer schlagartig aus. Für das Ökosystem ist das katastrophal: Kleinste Lebewesen wie Bachflohkrebse oder Köcherfliegenlarven (das sogenannte Makrozoobenthos) sowie Jungfische verlieren schlagartig ihren Lebensraum. Ein Überleben ist nur in verbliebenen, tiefen Resttümpeln möglich – trocknen auch diese aus, erlischt das biologische Leben im Bachbett vorübergehend komplett und muss sich nach Regenfällen erst über Jahre wieder mühsam aufbauen.
Beim benachbarten Garather Mühlenbach, über den ich neulich auch schon berichtet hatte, konnte ich im Vorbeifahren gar nicht mehr abschätzen, ob überhaupt noch eine minimale Strömung vorhanden ist.
Das Fazit meiner Erkundungstour 🚴♂️💭
Es bleibt leider nüchtern festzuhalten: Durch den ausbleibenden Regen trocknen immer mehr lokale, kleine Gewässer komplett aus. Flüsse wie Rhein und Erft mit eigenen großen Quellen, zahlreichen Zuflüssen und langen Verläufen werden natürlich nicht austrocknen, sind aber massiv von dem Wassermangel betroffen.
Das hat spürbare Auswirkungen auf die Schifffahrt, die Umwelt und die gesamten Ökosysteme um uns herum. Als Radfahrer bin ich kein Gewässerökologe, aber ich sehe diese Veränderungen auf meinen alltäglichen Touren mit eigenen Augen. Und ihr seid wie immer die Ersten, die davon erfahren.
Euer Axel! 🖐️⚙️


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