
Movimento Rhein, letzter Teil. Vom tiefen Osten, Schloss Morsbroich mit den unvergleichliches Daffkes ging es ins Erholungshaus Bayer in Leverkusen. Dort spielten die Bayer-Philharmoniker unter der Leitung von Silke Löhr und dem jungen Violinisten Raphael Gisbertz.
Wie bitte? Bayer-Philharmoniker? Das blieb nicht die einzige Frage an diesem Abend. Denn das Erholungshaus erwies sich auch als solches: Biergarten, Restaurant und dann: der Konzertsaal. Nicht schlecht, würde wahrscheinlich auch mancher Kommune gut zu Gesicht stehen. Alles ziemlich opulent und so, dass ich dachte: na, da ist ja der Preis für mein Xarelto gut angelegtes Geld.
Tut mir leid, dass ich da jetzt gerade nicht so euphorisch bin, aber im Vergleich zu allen anderen Aufführungen und Locations von Movimento Erft und Movimento Rhein: Too big, too much. Okay, vielleicht war das auch das fehlende Puzzlestück in einem ansonsten schon wunderschönen Bild. Im Vergleich dazu hat mir die unter die Haut gehende Aufführung der Verena Guido & Band und vor allem der Sand Art von Natalia Moro im Anneliese Geske Musik- und Kulturhaus in Erftstadt als Abschluss der Movimento Erft Reise deutlich mehr zugesagt.
Sei es drum. Die Musik des Orchesters, die Dirigentin und vor allem auch das Spiel von Raphael Gisbertz waren ein schöner künstlerischer Abschluss, auch die erläuternden Worte des Orchestersprechers zwischendurch waren wohltuend.
Es war schon spät und der Tag war lang. Deswegen wollte ich dann doch nicht mehr mit dem Rad nach Hause fahren, musste zur Bahn und konnte nicht das ganze Konzert verfolgen. Am Bahnhof dann die Konfrontation mit der anderen Realität in Leverkusen: Ein junger Mann im Rollstuhl, der mit ein paar anderen Menschen im Rollstuhl den ganzen Tag dafür demonstriert hatte, dass der Bahnhof in Leverkusen Mitte endlich barrierefrei umgebaut wird. Er war mir schon morgens mit seinen Plakaten und Schildern am Bahnhof in Köln aufgefallen, als ich nach Düsseldorf fuhr. Als ich in der Bahn saß, dachte ich daran, welche krassen Unterschiede es auch in unserem reichen Land gibt und an meine Privilegien im Vergleich zu anderen Menschen.
Vielleicht gehört auch so ein nachdenklicher Abschluss zu einem ansonsten wirklich wunderbaren Movimento Rhein-Tag.
Meine bisherigen Movimento Rhein-Berichte:
Von der letzten Station, die ich zuvor gepostet hatte:
und dem Kulturwerke-Parkhaus zuvor:
wohin ich von Schloss Benarath aus gelangt war:
Dort hatte Movimento Rhein ja begonnen.


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